Piet Maes, Sofico: „Die Mobilität von morgen dreht sich darum, Möglichkeiten und Entlastung anzubieten“

Mit Miles vermarktet Sofico ein Softwarepaket für Autoleasingunternehmen. „Mobilität war von Anfang an unser Schwerpunkt“, verrät Piet Maes. Er ist Mitgründer und CTO von Sofico. „Wir stehen an der Schnittstelle von Mobilität, IT sowie der Leasing- und Finanzwelt. Alles Märkte, die sich schnell entwickeln und über deren sämtliche Entwicklungen wir auf dem Laufenden sind.“

Das Miles-Softwarepaket soll die Autoleasingunternehmen bei ihrer Dienstleistung dem Kunden gegenüber unterstützen. Damit ihnen alle erforderlichen Tools zur Verfügung stehen, muss Sofico sehr gut mit den Bedürfnissen in der Mobilitätskette vertraut sein: von den Mobilitätsnutzern bis zu den Mobilitätsanbietern und allen Personen dazwischen. „Wir sprechen bewusst von Mobilität“, betont Piet Maes, „denn unsere Branche befasst sich mit dem Angebot optimaler Mobilität. Natürlich mit dem Wagen, aber auch mit anderen Verkehrsmitteln. Und dieser Wagen muss nicht immer auf klassische Weise an einen festen Fahrer gebunden sein. Wir erkennen viel mehr Möglichkeiten und bereiten uns auf die Entwicklung vor, die der Markt in den kommenden Jahren durchlaufen wird.“

“Miles” from Sofico is a software package for car leasing companies. ‘We have focused on mobility from the outset’, Piet Maes explains. He is the co-founder and CTO of Sofico. ‘We stand at the intersection of mobility, IT and the leasing & finance world. All these are rapidly evolving markets on which we are keeping up with all the developments.’

The Miles software package is designed to assist the car leasing companies with the services they provide for their clients. So to be able to offer them all the tools they require, Sofico has to have an in-depth knowledge of the needs in the mobility chain: from the mobility users to the mobility providers and everyone in between. ‘We deliberately talk about mobility’, Piet Maes stresses, ‘because our sector is in the business of offering optimal mobility. Using cars, yes, of course, but using other means of transport, too. And the cars do not always have to be linked to a specific driver in the traditional manner. We see far more possibilities and we are preparing for the way the market will evolve over the next few years.’

Firmenwagen, die nicht länger eins zu eins an ihren Fahrer gebunden sind, wie müssen wir uns das vorstellen?

Piet Maes: „Verschiedene Optionen sind denkbar, zum Beispiel Carsharing auf Unternehmensebene oder Peer-to-Peer-Sharing. Bei der ersten Alternative sieht der Arbeitgeber einen Fahrzeugpool vor, den die Beschäftigten für berufliche und private Fahrten nutzen können. Dieses System hat einige Vorteile, vor allem wenn Sie an E-Fahrzeuge denken. Erstens sind Elektroautos ziemlich teuer in der Anschaffung. Werden sie in einem Pool eingesetzt, optimieren Sie die Nutzung: Je höher die Kilometerleistung, desto rentabler ist die Investition.

Zweitens entziehen Sie einem Teil des Widerstands bei den Nutzern, der sogenannten „Reichweitenangst“, den Boden, wenn Sie zusichern können, dass immer ein Wagen mit vollständig geladener Batterie verfügbar ist. Sind Sie viele Kilometer gefahren und kommen mit leerer Batterie zurück? Kein Problem, Sie nehmen ein anderes Auto. Drittens kann der Arbeitgeber Ladeinfrastruktur vorsehen – sowohl im Unternehmen als auch zu Hause bei den Mitarbeitern.

Was ist unter „Peer-to-Peer-Sharing“ zu verstehen?

Piet Maes: „Wie gesagt sind Elektroautos ziemlich kostspielig, weshalb es interessant ist, ihre Nutzung zu optimieren. Warum sollte der Wagen vor dem Haus parken, wenn Ihr Nachbar gerade eines benötigt? Warum sollte er auf dem Parkplatz vor dem Büro herumstehen, wenn Ihr Kollege gerade dienstlich zu einem Termin muss? Für uns haben Systeme eine Zukunft, die es gestatten, Ihr Auto zu verleihen – in erster Linie vertrauensvoll an Menschen, die Sie kennen. Manche unserer Kunden bieten das bereits heute an:  Unsere Miles-Plattform unterstützt Peer-to-Peer-Sharing. Die Abrechnung mit der Person, mit der Sie Ihr Auto teilen, erfolgt automatisch durch Abzug von Ihrer eigenen Rechnung. Je häufiger Sie Ihren Wagen ausleihen, desto günstiger fahren Sie selbst. Übrigens gestatten neue Leasingkonzepte dem Fahrer nicht nur, das Fahrzeug zu verleihen, es ist auch viel einfacher, von einem zum anderen Auto zu wechseln. Hätten Sie gern immer das neueste Modell? Oder wollen Sie den Wagen an eine veränderte Familiensituation anpassen? In diesem System ist all das möglich und das richtige Auto steht der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung. Auch das ist geteilte Nutzung.“

Einen (Firmen-)Wagen unter Privatleuten auszuleihen, sorgt das nicht für Probleme, zum Beispiel bei Schäden?

Piet Maes: „Wie immer im Leben gilt: Gute Vereinbarungen erhalten die Freundschaft. Wir denken mit dem Endnutzer mit und sehen beispielsweise vor, dass alle vorhandenen Schäden in der App sichtbar sind. Laufen Sie um einen Wagen herum und sehen Sie nach, ob er beschädigt ist. Das sollte Ihnen in Fleisch und Blut übergehen. Entdecken Sie einen neuen Kratzer oder eine weitere Beule, dann machen Sie ein Foto direkt mit der App. Der Hauptnutzer kann dann bestätigen, dass dieser Schaden schon vorher da war. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Markttrends laufend verfolgen. Unsere Miles-Plattform muss diese Dinge unterstützen können, noch bevor unsere Kunden sie einführen.“

Wie erreichen Sie, dass Sie derartige Entwicklungen nicht nur genau verfolgen, sondern sogar vorhersehen können?

Piet Maes: „Nicht nur in unsere IT sitzen schlaue Köpfe, sondern wir haben sogar eigene Spezialisten, die eine Zukunftsvision der Mobilität entwickeln. Das steckt in unseren Genen: Von Anfang an sind wir vollkommen auf Mobilität konzentriert. Darüber hinaus halten wir die Augen offen: Wir verfügen über ein starkes Netzwerk in der Branche. Außerdem sind wir weltweit aktiv. Wir haben eine globale Perspektive, aber mit einer ausgeprägten lokalen Präsenz.“

Sie setzen also auf eine vielversprechende Zukunft für eine flexible und geteilte Autonutzung. Arbeiten Sie auch an anderen Projekten für die Mobilität von morgen?

Piet Maes: „Unbedingt. Wie gesagt, engagieren wir uns für optimale Mobilität. Das bedeutet: effizient, praktisch, wirtschaftlich interessant und mit einer minimalen Belastung für Umwelt und Lebensqualität. Das Auto hat gewiss einen Platz in der Mobilität von morgen, aber wir müssen lernen, bei jedem Weg abzuwägen, welches Verkehrsmittel das beste dafür ist. Zu diesem Zweck müssen Endnutzer mit einem Paket an Möglichkeiten unterstützt werden. Für eine Strecke öffentliche Verkehrsmittel, für eine andere ein Elektrofahrrad. Aber die Entlastung des Endnutzers muss sich nicht darauf beschränken. Denken Sie nur einmal, was die KBC mit „MoveSmart“ macht. Verschiedene Verkehrsmittel? Ja! Aber auch unterstützende Serviceleistungen wie die Abholung des Wagens zum Reifenwechsel, Unterstützung bei der Pannenhilfe usw. Es gibt zahlreiche Dienstleistungen rund um die Mobilität und wir antizipieren und unterstützen sie auf unserer Plattform.“


Sofico, die stille Kraft in Zwijnaarde

Sofico ist zwar nicht so bekannt wie andere Genter IT-Akteure, aber eines der größten unabhängigen Softwarehäuser in Gent. Es hat 350 Mitarbeiter (weltweit) und bis heute wurden dieses Jahr nicht weniger als 50 neue Mitarbeiter eingestellt. „Bei uns gibt es dieses Jahr keine zeitweilige Arbeitslosigkeit, wir nutzen lieber die Gelegenheit und geben Gas, weil wir die Umsetzung zahlreicher Innovationen beschleunigen wollen. Wir sind immer auf der Suche nach talentierten Menschen. Übrigens legen wir gerade letzte Hand an einen Umbau, mit dem wir unsere Büros hier im Technologiepark Zwijnaarde erweitern wollen. Wir sorgen dafür, dass das Büro mehr als nur ein Arbeitsplatz wird: Es soll ein Treffpunkt sein, der es unseren Mitarbeitern erleichtert, ein ausgewogenes Verhältnis von Telearbeit und Arbeit im Büro zu finden.“

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Sofico lanciert Karriereportal, um Expansion zu ermöglichen

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